History


Wie entstand das Mühlbergfestival? Wie hat es sich entwickelt?

Hier kleiner Auszug aus einem Bericht, anlässlich dem 25. Jubiläum 2004:

Thank you very Matsch!
Von einer Jugendinitiative zum Großereignis im Wald   
25 Jahre Mühlbergfestivals
                             

Gründungszeit der AJJ und Anfänge des Mühlbergfestivals

Im Gegensatz zu heute war das Freizeitangebot für Jugendliche Mitte der 70er Jahre auf Vereinstätigkeiten und Treffen im privaten Rahmen begrenzt. In Aschaffenburg gab es damals zwar bereits organisierte Jugendzentren, doch waren diese für die Jugendlichen aus der Umgebung aufgrund der schlechten öffentlichen Verkehrsanbindung nur schwer erreichbar.
In den Ortschaften selbst fehlte es an ausreichend Räumlichkeiten, Geldern und Verständnis für die Anliegen der jungen Leute, die sich zeit- und wetterunabhängig in ihrer eigenen Gemeinde treffen wollten. Auch in Johannesberg wurden die Rufe nach einem Jugendhaus bzw. -raum immer lauter.

Bereits seit 1976 existierte in Johannesberg eine Jugendhausbewegung der Juso-Arbeitsgemeinschaft, deren politisches Engagement die Johannesberger Jugend jedoch schon bald nicht mehr zufrieden stellte. Regelmäßig trafen sich die jungen Erwachsenen, um über ihre Forderungen nach Räumlichkeiten zu diskutieren. Die Vorstellungen konkretisierten sich, worauf es 1977 zur Gründung der Jugendinitiative „Aktion Jugendhaus Johannesberg“ kam, die sich schon bald als eingetragener Verein, heute bekannt unter „Aktion Jugend Johannesberg e.V.“ (AJJ) etablierte. Dieser überparteiliche und überkonfessionelle Zusammenschluss junger engagierter Johannesberger hatte ein großes Ziel: Politisch unabhängig wollte man auf eigene Faust und gegen alle Widerstände die Interessen der hiesigen Jugend sinnvoll vertreten und etwas dauerhaft Großes auf die Beine stellen. Voller Tatendrang erarbeitete man ein Jugendhauskonzept, das Bastel- und Spieleabende, Musik- und Filmvorführungen, Theaterveranstaltungen und Hausaufgabenhilfe vorsah. Den Bedarf an Räumlichkeiten für die Jugendlichen und die mehrheitliche Zustimmung (80%) der Johannesberger Bevölkerung konnten die AJJler 1979 mittels Unterschriftenlisten und einer Fragebogenaktion unter Beweis stellen. Das Entgegenkommen der Gemeinde unter dem damaligen Bürgermeister Alois Hain bestand in der kostenlosen Überlassung des „Glaskastens“, dem Verbindungsgang zwischen Johannesberger Grundschule und Turnhalle. Dies war zwar ein erster Triumph, doch wollte man sich mit dieser „Notlösung“ nicht zufrieden geben. Außerdem hatte man bereits das Pfarrhaus, die alte Johannesberger Schule, als potentielle Unterkunft für ein Jugendhaus anvisiert. Wie konnte man also den eigenen Forderungen weiterhin Raum verschaffen oder besser gesagt: Wo? Und wie es in den Wald hinein schallt, so schallt es auch wieder heraus: Idealer Platz war hierfür das Gelände am Mühlberg, das schon früher Treffpunkt zahlreicher Jugendliche war. Was 1977 und 1978 als Kinderfest unter dem Motto „Fettbrot & Spiele“ (auch heute gibt’s noch Fettbrot zu kaufen!) begann, gewann nur ein Jahr später an Kontur: Auch wenn 1979 die Musik noch aus dem Kassettenrekorder kam, war dies die Geburtsstunde des ersten Mühlbergfestes. 1980 konnte dann der Auftritt zweier lokaler Musikgruppen die Gemüter der Festbesucher zusätzlich erfreuen und in den Folgejahren wurde das Musikprogramm immer weiter ausgebaut. Endlich hatte die Johannesberger Jugend eine Möglichkeit gefunden, ihre Forderungen und Vorstellungen – zumindest an einem Wochenende im Jahr – in die Tat umzusetzen. Ohne Leistungsdruck, frei, ungebunden und friedlich konnte man an diesem Wochenende den Alltag hinter sich lassen, sich in entspannter Atmosphäre mit Freunden und Bekannten treffen, über Träume philosophieren, Musik hören und machen, Spiele spielen – ja, die Seele einfach einmal baumeln lassen.

Die Eigeninitiative der AJJ hatte sich also rentiert. Bei kostenlosem Eintritt und guter Stimmung der zahlreichen freiwilligen Helfer konnte sich das Fest neben Spenden durch Essens- und Getränkeverkäufe zumindest teilweise finanzieren. Dennoch mussten die Veranstalter in den folgenden Jahren so manche Ausgabe aus der eigenen Tasche zahlen, was 1985 dazu führte, dass erstmals ein Eintrittsgeld von 5 DM erhoben wurde. Nachdem das Mühlbergfest 1983 wegen einer fehlenden Genehmigung ausfallen musste, fand es 1984 unter anderem aufgrund des Einsatzes von Bürgermeister Michael Rosner und Kreisjugendsprecher Wolfgang Pfeiffer wieder statt.

Nach und nach konnte das schöne Fest im Wald auch so manchen Skeptiker überzeugen. Der engagierten Jugend von damals, den Helfergenerationen, der Gemeinde und den vielen Besuchern ist zu verdanken, dass sich das Mühlbergfest in 25 Jahren zu dem entwickeln konnte, was es heute ist: zu einem Großereignis im Johannesberger Wald.


              


Musik

Zum ersten Mal spielen 1980 zwei Bands auf dem Mühlberg. Im Laufe der Jahre hat sich das Musikprogramm gemeinsam mit dem Fest vergrößert. Als es 1981 zum ersten Mal Plakate gibt und auch die Zeitungen Berichte über das Mühlbergfest schreiben, spielen bereits so viele Bands, dass man zwei Hände zum Zählen benötigt. Einige von ihnen werden zum festen Bestandteil der musikalischen Einlage wie „Wolke“ oder die Johannesberger Gruppe „Stabile Saitenlage“. Ab 1982 reichen zwei Hände zum Zählen nicht mehr aus, da sich die Anzahl der auftretenden Gruppen auf 14 erhöht. Weil zunächst nur Musiker der Region ihr Können zeigen, erhält die ein oder andere Band ihre Feuertaufe auf der Mühlbergbühne. Darunter befinden sich zum Beispiel die „Rodgau Monotones“, die es später bis in Deutschlands Hitparaden schaffen. Aber die Trennung der Bandmitglieder wurde auf dem Mühlberggelände nicht immer strikt eingehalten. Des öfteren haben sich die Bands zusammen geschlossen und gemeinsam musiziert oder haben sich bei Verhinderung eines Bandmitglieds ausgeholfen. So haben die Bands nicht nur durch ihre geplanten Auftritte, sondern vor allem durch ihre Flexibilität und Improvisationskünste das Fest bereichert.

Nachdem im Jahr 1982 mitunter zu sehr auf die Pauke gehauen wurde, was zu massiven Beschwerden wegen Lärmbelästigung führte, wurde für das Jahr 1983 keine Genehmigung gestattet. Unter Berücksichtigung diverser Auflagen, durfte 1984 aber wieder gerockt werden. Dabei konnte selbst die Einhaltung der Nachtruhe ab 22:00 Uhr weder die Laune der Lokalmatadoren „Stabile Saitenlage“ oder „Di Fratello“ noch die der weiteren Bands verderben. Besonders erstaunlich an dem großen Musikangebot ist, dass es bis 1984 kostenlos war. Dies hat der Qualität und Vielfalt jedoch nicht geschadet: Von Rock über Soul zu Punk war alles dabei. Der Eintrittspreis von 5 DM, der ab 1985 erhoben wurde, um die Miesen aus dem Vorjahr zu begleichen, hat es der AJJ ermöglicht auch internationale Bands auf den Mühlberg zu holen:

Die Bands kamen in diesem Jahr auch aus Tschechien, Brasilien und Amerika. In den folgenden Jahren blieb das Musikprogramm des Mühlbergfestivals auch international. Es kamen Musiker aus der ganzen Welt, darunter Schotten, Engländer, Holländer, Schweizer, Australier, Franzosen und viele mehr. Ebenso wie sie aus ganz Deutschland anreisten, sei es aus Frankfurt, Würzburg oder Marburg oder von weiter her aus Dortmund, Hamburg oder Berlin. Dabei unterschied sich die Herkunft genau wie ihre Musik. So kommt es, dass im Wald des Mühlberges schon wirklich jede Musik ertönte, die den unterschiedlichen Geschmäckern gefiel. Es gab vor allem jede Art von Rock, viel Blues, aber auch Jazz, Funk und Soul, und natürlich Punk. Zu erwähnen bleibt noch der Auftritt der bekannten deutschen Gruppe „PUR“ 1989. Als in den 90er Jahren zum ersten Mal auch jamaikanische Bands auftraten, wurde auch die sonnige, gute Laune Musik Ska und Reggae zu den beliebtesten Tönen des meist nassen Mühlbergpublikums. So wurde auch die bekannte deutsche Reggae- Band „Cashma Hoody“ im Jahr 2000 und 2003 in den Wald geholt. Mystisch wurde die Atmosphäre auf dem Mühlberg, wenn keltische oder mittelalterliche Musik gespielt wurde. Ebenso wurde in Gedanken an die Heimat nicht nur abends Folk gespielt, sondern auch am Sonntagmorgen. Denn zum traditionellen bayrischen Frühschoppen darf die Festzeltmusik nicht fehlen. So trat meistens das „Johannesberger Blech“ auf, um die Müdigkeit der Festivalbesucher zu vertreiben. Unter den bekannteren und beliebtesten Gruppen des Mühlbergpublikums waren neben den bereits Erwähnten unter anderem „Boppin `B“, „AB/CD“, die „Bananafishbones“,
die „The Hill De Guards“, die „Blutjungs“, „Di Fratello“, „Hoochie Coochie Blues Band“, „Blue Brothers“, „Ganz schön feist“
und die „Brainless Wankers“.


                          


Kunst für Klein und Groß

Neben den musikalischen Auftritten wurde in den letzten 37 Jahren Mühlbergfest noch eine Menge anderer Attraktionen geboten. Dazu gehörte vor allem die Beschäftigung der jüngsten Festivalbesucher. Da anfangs viele AJJ- Mitglieder selbst noch kleine Kinder hatten, aber auch weil die Veranstaltung ein Festival für die ganze Familie sein sollte, wurde das Kinderprogramm schon immer ganz GROß GESCHRIEBEN. Die Kinderbetreuung wurde 1993 um ein Kinderzelt erweitert, in dem die Kinder ihre ganze Kreativität spielen lassen konnten. Dort wurde gebastelt, getont und gespielt, während Mama und Papa sich in Ruhe unter die Festivalbesucher mischen konnten. Zusätzlich zum Kinderzelt wurde ein Kindertheater aufgeführt, wobei die Darsteller von der “Pusteblume“, vom „Hessisch Bayrische Schauspiel“, von „Li La Lolli“, von „Wisudenblüs“ oder vom „Zirkus Faxus“ kamen. Dementsprechend unterschiedlich waren die Aufführungen, die vom Puppentheater über Clownnummern zu Musical ähnlichen Darbietungen reichten. Außerdem gab es in einem Jahr eine Hüpfburg für die Kinder, wo sie sich neben dem Waldspielplatz mit Rutsche und Seilbahn so richtig austoben konnten. Ab den 90er Jahren wurde auch mal der ein oder andere Kinderfilm gezeigt, was auf einer Leinwand zwischen zwei Bäumen mitten im Wald natürlich etwas ganz anderes ist als zu Hause auf dem Fernseher. Wer aber denkt, das Kinderprogramm wäre nur etwas für die Kleinen, der hat sich getäuscht. Entsprechend der Publikumsvielfalt des Mühlbergfestes mischen sich vor allem beim Kindertheater die Generationen. Aber auch bei Zeichentrickfilmen wie „Pickeldie und Frederic“, „Janoschs Traumstunde“ oder „Der kleine Maulwurf“ wird der ein oder andere gern an seine eigene Kindheit erinnert.

Ebenso für Groß und Klein, aber nur einmalig, gab es 1985 eine Vorführung mit asiatischer Kampfkunstakrobatik. 1989 fand eine Tombola statt, bei der trotz des ungewohnt schönen Wetters Gummistiefel und Friesennerz verlost wurden. 1991 gab es einen Kabarettauftritt des damals noch unbekannten Ingo Appelt mit seinem Programm „Irgendwie bekannt“. Heiß ging es 1995 an zwei Tagen bei dem Feuerschlucker her. Musik wurde 1997 nicht nur auf der Bühne gemacht, sondern auch bei dem Comedyauftritt von „Laurel & Laurel“. Neben den weitgehend altersunabhängigen Aufführungen gab es allerdings auch Programmpunkte, die für die kleinen Kinder meist wirklich zu spät waren.

Darunter fällt der Karaokewettbewerb, der in den 90er Jahren meist zu späterer Stunde auf der Nebenbühne veranstaltet wurde. Hier konnte der Festivalbesucher zeigen, dass er durchaus in der Lage wäre, selbst auf der Mühlberghauptbühne im nächsten Jahr zu singen. Und selbst wenn der ein oder andere kein Publikum gefunden hätte, die Stimmung war stets sehr ausgelassen. Zu den weiteren Stimmungsreißern gehörte der Luftgitarrencontest. Dabei geht es darum, zu ausgewählter Musik vom Band besonders gekonnte Griffe auf einer imaginären Gitarre zu zeigen und dabei natürlich abzurocken.


                                            


Mühlberg

Sei es von Vereinsfeiern, vom Spielen auf dem Waldspielplatz oder eben vom Mühlbergfest, jeder in Johannesberg kennt den schönen Platz im Wald: den Mühlberg. Aber er hat zwei Seiten. Zum einen gehört er zum Naturschutzgebiet Spessart, weshalb der Platz auch immer noch naturbelassen ist. Zum anderen wird er zumindest einmal im Jahr seit es das Mühlbergfest gibt zum Tummelplatz für einige hundert Menschen. Miteinander vereinbart werden die zwei Seiten durch bestimmte Auflagen, die das natürliche Fortbestehen der Waldlichtung garantieren. Außerdem wird das Gelände Nach dem Fest wieder großflächig von allem, was nicht zur Natur gehört, befreit. Denn schließlich gehört das sicherlich einmalige landschaftliche Erlebnis des Mühlbergs zum Charakter des Festivals und soll nicht zerstört werden. Was die Einmaligkeit des Mühlberggeländes ausmacht, ist zum einen natürlich die Kulisse der Bühne und des Festzeltes: Wald, Wald, Wald. In der Nacht kann man bei freiem Himmel einen unglaublichen Sternenhimmel vom Zelt- und Parkplatz aus beobachten und Sternschnuppen zählen. Und am Tage eröffnet sich eine herrliche Aussicht auf den Kahlgrund. Sehr zu empfehlen ist auch die Beobachtung des Sonnenaufgangs über den Wipfeln der Bäume nach einer durchzechten Nacht!

Die Wiederherstellung des Geländes nach dem Festivalwochenende gehört zwar zu den mühseligen Arbeiten der AJJ, aber dennoch zur Selbstverständlichkeit. Allerdings muss der Platz auch das ganze Jahr über gepflegt werden, was sich der Verein ebenfalls zur Aufgabe gemacht hat. Da gibt es Laub zu rechen, Gras zu säen, aber auch die erbauten Holzkunstwerke der Ferienfreizeit des Abenteuerspielplatzes zu entfernen. Aber um die Natur und das Mühlbergfest zu erhalten, ist man schließlich gerne bereit ein paar Stunden im Jahr an der frischen Luft bei Gartenarbeiten zu verbringen. Dank verdient hier auch die Gemeinde für ihr Vertrauen in die Auflagen, durch die das Fest jedes Jahr aufs Neue genehmigt wird und die für die Unschädlichkeit des Mühlbergfestes für die Natur stehen.


                                            


Regen

Zum Thema Regen bedarf es nicht vieler Worte: Jeder weiß, dass er zum Mühlberg dazu gehört wie die Soß` zum Kloß. Deshalb ist auch keiner mehr böse, wenn man wie jedes Jahr schon aus Gewohnheit den Regenmantel und die Gummistiefel auspacken muss, weil – wie fast immer am Mühlbergwochenende – Regen gemeldet ist. Wenn es dann doch ein oder zweimal nicht geregnet hatte, fand man aber dennoch mehrere Schlammlöcher von den vorhergegangenen Tagen. Aber einen komplett trockenen Platz zwischen Bühne und Festzelt gab es kaum mehr als zweimal in den letzten 25 Jahren Mühlbergfest. Aber sind wir doch mal ehrlich: Ohne Matsch und Schlamm wäre das Fest nur halb so schön, denn nicht nur die Kinder freuen sich hemmungslos über Pfützen zum Herumspritzen. Der Mühlberg beweist, dass auch der ein oder andere Erwachsene am Fest wieder in die sorgenlose, einfache Kinderwelt zurück versetzt wird und nichts gegen ein Schlammbad einzuwenden hat. Die etwas Schüchternen freuen sich auch und lächeln in sich hinein, wenn sie mit sicherem Schuhwerk ausgerüstet durch den Schlamm stiefeln. Ebenso schmunzelt manch Alteingesessenen über Erstbesucher, die in hellen Hosen und Stoffturnschuhen versuchen, das Schlachtfeld zu überqueren. Der Regen gehört einfach dazu, selbst wenn die AJJ deswegen schon oft um Besucherzahlen bangen musste. Doch die altbewährten Mühlberger sind ihnen treu geblieben. Und auch das jüngere Publikum hat schon des öfteren bewiesen, dass es bei der richtigen Musik auch durch strömenden Regen und knöcheltiefem Matsch nicht am Abrocken zu hindern ist. So bewahrheitet sich der Spruch doch immer wieder: „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.“


                                            


Wandel und Entwicklungen

Das Mühlbergfest fing 1979 als zweitägiges Festival mit freiem Eintritt und lokalen Bands an, die meist kostenlos oder für einen kleinen Unkostenbeitrag spielten und mit ihrer Musik hauptsächlich den Idealismus der Unabhängigkeit der damaligen Zeit zum Ausdruck brachten (Politrock). Neben der Bühne wurde Tee und selbstgemachter Kuchen verkauft. Aber dieser Zustand hielt sich nicht mehr lange. Das Mühlbergfest wurde über die Grenzen Johannesbergs hinaus bekannt und wuchs rasch an. 1985 wurde aufgrund finanzieller Engpässe aus dem Vorjahr erstmals ein Eintritt für das Wochenende in Höhe von 5 DM erhoben, welcher sich im Laufe der Jahre über 8 DM (1988), 12 DM (1991), 15 DM (1992), 25 DM (1999) bis zum heutigen Preis von 18€ erhöhte.

1985 war dann das erste Jahr, in dem das Festival nicht nur samstags und sonntags stattfand, sondern bereits freitags begann. Seit 1987 können die Besucher auch im selbsterbauten Holzzelt Platz nehmen (vgl. Abschnitt Festzelt). Außerdem kam erstmals eine profimäßige Bühne zum Einsatz. Im selben Jahr konnte auch noch eine weitere Premiere gefeiert werden, wie sie so seitdem nur selten zu bewundern war: Es gab das ganze Wochenende Sonnenschein.

Neben dem Musikprogramm wurde auch das Kinderprogramm Schritt für Schritt erweitert, sei es durch Clowns, Akrobaten und Kindertheater oder durch das seit 1993 eingesetzte Kinderzelt, in dem die Kinder betreut werden, während die Eltern bei einem Bier der Musik lauschen. Außerdem gestaltete die Gemeinde den Waldspielplatz immer weiter aus, und so konnten sich die Kinder Anfang der Neunziger Jahre neben Rutsche und Sandkasten auch über eine Seilbahn freuen. Leider existiert der Spielplatz in dieser Form seit einigen Jahren nicht mehr.

Da der Getränkeumsatz damals immer weiter anstieg, ist seit 1994 einem ganz anderen Problem Abhilfe geleistet: Die Besucher haben nun endlich die Möglichkeit die konsumierten Speisen und Getränke auf den allseits beliebten Plastiktoilettenhäuschen loszuwerden, die bis dato nur aus selbstgegrabenen Erdlöchern mit selbstgezimmerten Verschlägen bestanden. Im Jahr 1997 entschied man in Puncto Musik, sich mehr auf internationale Bands spezialisieren zu wollen als in den vorangegangenen Jahren, was man anhand des Musikprogramms der darauffolgenden Jahren sehen kann (Vgl. Abschnitt „Musik“).

1999 erst wurde ein immerwährendes Problem endlich beseitigt, als nämlich die Gemeinde die offizielle Zustimmung zum bis dahin verbotenen Zelten gab. Auch gegenüber den neuen Medien blieb im Jahr 2000 die AJJ nicht verschlossen, was durch die Eröffnung der eigenen Homepage www.muehlbergfest.de offensichtlich wird.

Eine Neuerung hat 2004 für jede Menge Wirbel gesorgt: Das Mühlberggelände wird von einem Bauzaun eingegrenzt. Dieser Schritt, von einigen Besuchern und Alt- Mühlbergern mit Kopfschütteln oder lautstarken Protesten quittiert, war leider nötig, um den immer mehr werdenden Besuchern, die sich kostenfrei durch den Wald Eintritt verschafften, Einhalt zu gebieten. Die Alternative hierzu wäre eine Eintrittspreiserhöhung gewesen. Dies wäre jedoch eine zusätzliche Belohnung für die „Waldläufer“ und würde die Ehrlichen bestrafen. Bis letztes Jahr war das Mühlbergfest eines der wenigen Festivals, bei dem es keine künstliche oder natürliche Begrenzung des Festplatzes gab. Dies hat durchaus zur Atmosphäre beigetragen, die AJJ bittet jedoch alle Gäste, die Installation des Bauzauns zu verstehen.

Susanne Burkhart, Jessica Hofmann, Jonas Schulze, Sarah Schüssler (2004, AJJ e.V.)


                                              



  

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